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Sonne im Gros Morne

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Das war wieder wie bestellt: Im Nebel und Regen losgefahren - im Sonnenschein mit blauem Himmel angekommen. Der Nationalpark Gros Morne, ein Weltnaturerbe, liegt an der Westküste Neufundlands und präsentierte sich von seiner besten Seite. Die 260 km durchs Landesinnere waren "boring", also öde, trübe und langweilig, aber ab Dear Lake konnte man die Berge der Long Range Mountains sehen - und den blauen Himmel dahinter: Im Westen die Sonne! Der Bergzug gehört als Ausläufer der Appalachen zu einem uralten Gebirge, das dort, wo es seine Schichten zeigt wie hier, die Erdgeschichte erzählt. Die Eiszeit hat die Einschnitte geschaffen in die 800 m hohen Felsen, die oben recht flach und abgeschliffen sind. Diese eigentümliche Bergformation unterscheidet die Landschaft ganz erheblich von Skandinavien, einem sehr viel jüngeren Gebirge. Am Green Point (siehe Foto oben) kann man Fossilien aus der Zeit zwischen Kambrium und Ordovizium finden, der "Green Point Time", al...

Nebelhorn als Wecker

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Ich ahnte es schon, als ich morgens noch im Halbschlaf das Nebelhorn tuten hörte: Das sieht draußen nicht gut aus - und so war es. In Trinity regnete es leicht, nun, mein erster Regen in Neufundland musste ja mal kommen. Dass der Nebel dann aber fast den ganzen Tag anhielt, - na ja. Meinen geplanten Besuch (mit Wanderung) im Terra Nova Nationalpark ließ ich daher ausfallen: Ich komme hier auf der Rückfahrt nochmal vorbei mit viel Zeit. Im Visitor Centre bekam ich aber den Tipp, dann doch die lange Küstenstraße an der nordwestlichen Seite der Bonavista Bay entlang zu fahren, die Strecke sei toll, sehr malerisch, vielleicht würde der Wind ja den Nebel vertreiben. Der Ranger wollte sich über Kilometer nicht auslassen, er zählte Stunden, 3 - 4 zusätzlich. Ich rechnete auf der Karte nach: 240 km additional. Na ja, da ich sonst nichts vorhatte... Terra Nova NP  Es war wirklich eine tolle Strecke, immer sehr dicht an der Küste entlang. Leider nahm der Nebel noch zu, teilweise nur 10...

Im Wirbel der Winde

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Heute war eigenartiges Wetter: erst kalt und noch teils sonnig, dann drehte der Wind plötzlich auf Südwest und es wurde trotz bedecktem Himmel richtig warm, 16°, dann wurde es wieder heller - und 10° kälter, nur noch 6°, der Himmel etwas bleiern. Also musste man sich ständig an- und ausziehen. Ansonsten kann ich nur von Glück sagen, dass ich den gestrigen Tag so toll erlebt habe bei viel Sonnenschein und gutem Licht zum Fotografieren. Das sieht auch auf den Bildern heute alles ganz anders aus: das Eis ist noch da, aber alles wirkt trübe und dunkel und längst nicht mehr so gewaltig. Oder man gewöhnt sich so schnell daran, wer weiß. Ich bin heute zur Spitze dieser großen Bonavista-Halbinsel gefahren, auf der auch Trinity liegt, zum Cape Bonavista ganz im Nordosten. War schon rau dort, aber die Lightstation, wie ein solcher Leuchtturm hier heißt, ist historisch, von 1843, und jetzt ein Museum: Man kann sich vorstellen, wie hier einst die Familie des Leuchtturmwärters gelebt hat, der ...

Die Unendlichkeit des Eises

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Merkwürdiger Titel, nicht wahr? Aber ihr werdet gleich verstehen... Morgens ging es nach Lichtung des Nebels los, die westliche Avalon-Halbinsel an der Küste entlang nach Norden. Dabei fuhr ich an Placentia vorbei, dem zweiten Fährhafen, der über einen längeren Seeweg Nova Scotia (also das Festland) mit Neufundland verbindet, - eine Stadt wie in Finnland mitten im Wald gelegen zwischen vielen Meeresarmen und Seen. Gab dort einen netten Aussichtsberg, einer der vielen "Gun Hills", die von den früheren Kämpfen zwischen Briten und Franzosen zeugen. Weiter ging es durch das Zentrum Neufundlands auf dem Trans Canada Highway (TCH 1) Richtung Nordosten. Heutiges Ziel: Trinity in der gleichnamigen Bucht, die an der Ostküste Neufundlands liegt und nach Nordosten hin geöffnet ist. Da ich zeitig dran war und nur eine kleine Rast mit Tanken & Kaffee gemacht habe, konnte ich nachmittags in der Nähe von Trinity noch den Skerwink Trail gehen, 5,4 km an den Klippen entlang treppauf ...

Die Herrlichkeit von Avalon

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Nachdem ich mir eben eine Pizza (tiefgekühlt, aufgebacken) reingezogen und ein paar Bier bereit habe und das Zimmer allmählich warm ist, kann ich loslegen. Das Motel ist noch ganz leer, Restaurants gibts hier im Örtchen St. Bride's nicht bzw. haben noch geschlossen (Vorsaison), aber eine gut ausgestattete Küche ist da, also bin ich im Tankstellen-Shop einkaufen gegangen (mehr gibts hier nicht), auch wenn das alles nur riesige Familien-Sparpackungen sind, aber so ein bisschen Improvisation ist das Salz einer Reise: Ich liebe das. Heute habe ich die Avalon Wildernis durchfahren, viele tolle Ausblicke genossen, die Tundra erlebt, bei immer sonnigerem Wetter Neufundland von einer neuen Seite kennengelernt. Der Höhepunkt war dann der Vogelfelsen am Nachmittag... Es ist wirklich eine einsame Gegend. Autofahrer grüßen sich per Handzeichen. Auf 70 km kamen mir gerade mal 3 Autos entgegen. In großen Abständen gibt es kleine Dörfer an einem Fluss oder am Meer, wo man fischen konnte. S...

Eisberge in Sicht

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EISBERGE - und das gleich am zweiten Tag! Es gab heute einige davon zu sehen, darunter ganz mächtige, Wahnsinn! Aber der Reihe nach. Morgens bin ich erst noch einen Abstecher zum Cape Spear gefahren, dem östlichsten Punkt Nordamerikas und Kanadas natürlich. Von hier ist es die kürzeste Strecke über den Atlantik nach Irland. Einen Leuchtturm gabs da auch, na klar, und ich liebe ja Lighthouses. Schöne Sicht auf einem meerumtosten Felsen, kalte Luft aus Nordost - tat gut nach den guten Bieren (Yellowbelly Craft Brewery) und Burger am Abend vorher. Da hatte ich ein österreichisches Paar (um die 40, aus Lienz, Osttirol) getroffen, die sich für 3 Wochen auf den East Coast Trail auf den Weg machten, knapp 300 km Wandern in absoluter Wildnis, nur mit Rucksack und Zelt, immer der Küste entlang, schon irre. War sehr gesprächig und gemütlich, dieser Abend in der kleinen Brauerei in St. John's! Cape Spear Von Cape Spear ging es dann weiter nach Bay Bull, einem Örtchen an der Witless Bay...

Ankunft in St. John's

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Gestern bin ich gut in Neufundland angekommen, nur 4 Stunden später als geplant... Das Flugzeug von Montreal, wo ich pünktlich ankam, hatte immer mehr Verspätung, erst nur 1 Stunde, dann wurde im Laufe des Nachmittags mehrfach korrigiert, bis endlich 18 Uhr als Abflugszeit angegeben wurde. Tatsächlich war es dann 18:30 Uhr statt 14:20 . Blöde Warterei. Leider wurden auch keinerlei Informationen gegeben, warum und wieso, auch die Mitarbeiterinnen von Air Canada wussten  nichts. Die guckten auch nur auf ihren Monitor, und da stand dasselbe wie an den großen Anzeigemonitoren. Ich habe die Zeit genutzt, wenigstens gut zu essen (super Angus-Burger), denn ich konnte nicht erwarten, bei der Ankunft in St. John's noch etwas offen zu finden bzw. noch Lust auf Essen zu haben. Nach Ortszeit Neufundland kamen wir um 22 Uhr an, Gepäck auf dem Band abwarten - juchhu, meine Tasche kam gleich zu Beginn. dann ging es zum Mietwagen-Schalter, der hatte gottseidank noch geöffnet, extra zur Ankunft d...

Fertig für die Abreise

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Sachen sind rausgesucht und teilweise schon gepackt, jetzt geht es noch um aktuelle Informationen vor allem über St. John's, wo ich 2 Nächte sein werde und meine Fahrt starte. Das ist eine raue Ecke da, mann-o-mann, wird kaum 10° sein mit Regen und Schneeschauern, wenn ich Samstag Abend ankomme. Für die Tage danach ist schöneres und wärmeres Wetter angesagt. Auch etwas von der exponierten Lage weg zur Südküste der Avalon-Halbinsel hin sehen die Wetterverhältnisse schon besser aus: bis 15°. (Beim Umsteigen in Montreal sollen es dort 21° sein - aber eben nur Montreal...) Zuerst werde ich also die Avalon-Halbinsel umrunden, weil es dort besonders schöne Steilküsten mit Brutplätzen für Seevögel gibt - und natürlich die Aussicht auf Wale, hoffe ich. Eine Boots-Tour ist auch vorgesehen. Hafen von St. John's (von der offiziellen Webseite) Die Auswahl der Kleidung ist nicht ganz einfach. Ich bin zwar nur 2 Wochen in Neufundland selber, aber in sehr verschiedenen Regionen, die kl...

Vor dem Start

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Eine Woche vor dem Start wird es ernst. Nächsten Freitag fahre ich mit der Bahn nach Frankfurt - Flughafen, übernachte dort wie gewohnt, um am Samstag mit Air Canada um 10:15 Uhr nach Montreal abzufliegen. Nach 7 1/2 Stunden Flug steige ich dort mittags Ortszeit (EDT) um nach St. John's, Newfoundland. Dort komme ich um 18:05 Uhr Ortszeit an. Es ist ein bisschen verrückt, denn Montreal mit Eastern Daylight Time liegt 6 Stunden zurück gegenüber unserer MESZ, Neufundland aber nur 4,5 Stunden. Erst sind es also minus 6 Stunden, dann von Montreal nach St. John's plus 1,5 Stunden. Merken muss man sich nur die endgültigen minus 4,5 Stunden Zeitunterschied von MESZ zur NDL, der Newfoundland Daylight Time. Fjord on Western Brook Pond by (cc) Emmanuel Milou flickr Auf das dortige Klima muss ich mich sehr umstellen. St. John's, die Hauptstadt Neufundlands (knapp über 100.00 Einwohner) liegt an der südöstlichen Küste der großen Insel auf einem Breitengrad, der mit 47°34' N i...