Sonne im Gros Morne

Das war wieder wie bestellt: Im Nebel und Regen losgefahren - im Sonnenschein mit blauem Himmel angekommen. Der Nationalpark Gros Morne, ein Weltnaturerbe, liegt an der Westküste Neufundlands und präsentierte sich von seiner besten Seite. Die 260 km durchs Landesinnere waren "boring", also öde, trübe und langweilig, aber ab Dear Lake konnte man die Berge der Long Range Mountains sehen - und den blauen Himmel dahinter: Im Westen die Sonne!


Der Bergzug gehört als Ausläufer der Appalachen zu einem uralten Gebirge, das dort, wo es seine Schichten zeigt wie hier, die Erdgeschichte erzählt. Die Eiszeit hat die Einschnitte geschaffen in die 800 m hohen Felsen, die oben recht flach und abgeschliffen sind. Diese eigentümliche Bergformation unterscheidet die Landschaft ganz erheblich von Skandinavien, einem sehr viel jüngeren Gebirge.


Am Green Point (siehe Foto oben) kann man Fossilien aus der Zeit zwischen Kambrium und Ordovizium finden, der "Green Point Time", also ca. 425 Millionen Jahre alt. Neufundland ist insgesamt ein sehr alter und erdgeschichtlich mitteilsamer Brocken!

Die Westküste, wie sie sich mir heute darstellt, ist total verschieden von der Ostküste. Hier gibts kein Eis mehr im Wasser, und außerdem gibt es neben den Meeresfjorden auch Süßwasser-Ponds, deren einen ich morgen mit einem Bootsausflug erkunden werde. Der Gros Morne Nationalpark gefällt  mir auf Anhieb sehr gut, er verbindet ein markantes Gebirge mit viel Wasser: Seen, Fjorden und einer teils felsigen, teils sandigen Küste. Er ist zum Wandern mit einigen Trails erschlossen, aber das meiste ist unberührte Natur. Es liegt in den Bergen sichtbar noch einiges an Schnee, das sei außergewöhnlich in diesem Jahr, es habe noch sehr spät viel Schnee gegeben. Trotzdem sind die Wanderwege in Küstennähe alle zugänglich und, wie man mir im Visitor Centre versicherte, auch gefahrlos, was Bären und Elche angeht. Natürlich sind sie da, weichen dem Menschen aber aus.


Hier in Rocky Harbour ist es sehr hübsch, es ist das touristische Zentrum des Gros Morne, in einer schönen Bucht gelegen und noch sehr ruhig. Aber Infrastruktur für die Touristen ist reichlich vorhanden, ich bin sehr froh, jetzt und nicht in der Hauptsaison Juli - August hier zu sein. Heute war es auch recht warm, bei ersten Erkundungen kam man schnell ins Schwitzen, völlig ungewohnt für mich in Neufundland. Zuerst bin ich zwei Nächte hier im nördlichen Teil des Parks, am Montag werde ich auf die südliche Seite des großen Fjords wechseln. Dort soll es nochmals etwas anders aussehen. Die Landschaft verspricht nach heute sehr viel, gutes Essen gibt es auch - und für morgen habe ich Lobster vorbestellt. Ich werde berichten :-)


Fotos gibts hier im neuen Album Gros Morne.

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