Toronto baut um

Ein bisschen was muss ich doch noch schreiben - über Toronto. Zuletzt war ich 2011 hier und war begeistert. Ich bin wiederum sehr angetan von der Stadt, aber es hat sich unglaublich viel verändert in diesen 6 Jahren: Toronto baut (sich) um. Das ist überwiegend positiv und beweist, dass die Stadt lebt und sich ständig modernisiert. Es gibt öfter Fahrradspuren und es sind auch wirklich Radfahrer unterwegs. Es gibt ein städtisches Ausleihsystem für Fahrräder, kann nicht beurteilen, wieweit das angenommen wird. Dundas - Yonge Place ist quirlig wie eh und je, und das Verkehrssystem mit Subway, Streetcars (Tram) und den Bussen läuft wie am Schnürchen. Studenten + Senioren haben dieselbe verbilligte Preisstufe, sehr erfeulich. Am schönsten ist die Veränderung an der Harbourfront: Es gibt endlich eine wirklich schöne und für die Öffentlichkeit ausgebaute Harbour Site mit Restaurants, Bühnen, Booten, Hafenrundfahrten usw. - all das gab es so 2011 noch nicht, ein echter Gewinn: "Give the Harbour back to the City" ist das Motto gewesen, und es ist voll gelungen.



Auch das Regenbogen - Viertel Church St. - Wellesley ist bunt und queer, wenn auch ein bisschen in die Jahre gekommen, vor allem die Bewohner dort, da stammen viele noch aus der späten Hippie-Zeit, also teilweise ein schwules Seniorenviertel. Die gay youth trifft sich offenkundig ganz woanders. Etwas heruntergekommen sind auch weite Teile der einstigen Hauptstraße in Downtown, der Yonge Street. Ich wohne hier ganz prima ruhig im garden district um die Ecke. Es sind immer noch die großen Kaufhäuser da wie The Bay, aber auch das hat seine besten Jahre hinter sich, bestenfalls Karstadt-Niveau. Erstklassig ist immer noch das riesige Eaton - Centre zwischen Dundas und Queen Street. Entscheidend dafür, dass viele kleine Läden nur noch drittklassig sind bzw. Sexshops Platz gemacht haben, ist aber der totale Umbau: Es reiht sich an der Yonge Street entlang und um die Yonge Street herum Baugrube an Baugrube, alte Häuserzeilen werden abgerissen, um neue gläserne Appartement - Türme für zahlungskräftige Bewohner oder auch Büros zu errichten, 30 - 40 Geschosse und mehr. Das ist dann eine Art Gentrifizierung, deren Folgen sich für downtown erst noch zeigen werden.



Weiterhin ist Yorkville das angesagte elegante Viertel, wie auch die angrenzende Bloor Street sich zusammen mit der Bay Street zur neuen modernen Geschäftsstraße entwickelt hat mit Boutiquen, teuren Läden aller Art, Bistros usw. Kann mich nicht daran erinnern, dass es das so schon vor 6 Jahren gab. Damals war Yorkville auch noch ein Geheimtipp, heute ist es in dieses moderne Zentrum völlig integriert. Dass die Stadt sich modernisiert, ist völlig klar und auch nötig, zu viel Altes war / ist einfach vergammelt. Dass nun aber nur noch Glastürme die City zustellen, ist vielleicht keine so schöne, wohl aber eine unvermeidliche Entwicklung. Der eigentliche Business District am Hafen mit seinen vielen Bürotürmen und Hotels hat sich auch weiterentwickelt, dort ist bereits alles "zu" - Glasturm an Glasturm. Die Skyline von Toronto hat sich deutlich verändert.



Nicht verändert hat sich die Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen in der Stadt. Man 'vermisst' Hektik. Ich dachte gestern, das wäre nur sonntags so, nein, heute ist es nicht viel anders. Hier im Viertel gibt es zwei oder drei große Universitäten, die prägen natürlich auch den Rhythmus dieses Stadtteils, wann eben Tim Horton's oder Starbucks voll werden. Heute Abend will ich mal ins touristisch angesagte neue "Bier-Viertel", den destillery district, gehen mit einigen craft breweries und street art an der Mill Street. Das kenne ich noch nicht. Morgen Vormittags werde ich dann in Yorkville abhängen und Kanada mit dem Lunch in einem schönen italienischen Restaurant ausklingen lassen. -Toronto ist toll!

Fotos von Toronto gibts im Webalbum Toronto 2017.  Darin gibts auch ein paar Fotos aus dem Ripley's Aquarium Toronto, eine tolle, sehr unterhaltsam (amerikanisch) gemachte, sehenswerte Einrichtung.



Und das war es dann wirklich!

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